Spurenjournal erstellen - Tag 2

Spurenlesen für Kids

Willkommen zurück. Heute beginnt für dich ein weiterer spannender Tag im Spurenlesen. Gestern haben wir die Spuren der Tiere kennengelernt. Heute wirst du viel draußen sein und vielleicht diese Spuren sehen können. Vielleicht willst du einige deiner ausgedruckten Spurenbilder mitnehmen, um sie in der Natur mit den gefundenen Spuren vergleichen zu können.

Wenn du Spurenlesen gehst, dann tue das mit Respekt: den Tieren gegenüber, der Natur gegenüber. Nutze deinen gesunden Menschenverstand, wenn du Spuren suchen gehst. Gehe in keine Gebiete, die das nicht erlauben. Bringe dich nicht in Gefahr und störe keine Tiere, besonders nicht in den kalten Jahreszeiten. Und jetzt wünsche ich dir viele gute Spuren.

Wanderstock schnitzen

Schnapp dir deinen gepackten Rucksack von Tag 1 und mache dich auf den Weg nach draußen. Dein Ziel ist es heute, einen Abenteuer-Wanderstock für zukünftige Abenteuer zu schnitzen. Vergiss also dein Taschenmesser nicht. Heute ist es wichtig auf die Bäume zu achten. Wir suchen nämlich einen Haselbaum bzw. -strauch. Im Bild siehst du wie er aussieht. Er ist ganz leicht zu erkennen, besonders an seinen Blüten. Vermutlich kennst du ihn eh schon. Dieser Baum hat besonders schöne gerade und harte Äste, die sich wunderbar für einen Wanderstock eignen. 

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Bevor wir nun aber weitermachen, lies dir erst die Regeln fürs Schnitzen durch die ich dir unten angehängt habe. Diese Regeln müssen immer befolgt werden. Merke sie dir gut und frage dich mit deinen Eltern gegenseitig ab.

Nimm nun die Säge an deinem Taschenmesser, suche dir an der Hasel einen geeigneten Ast und säge ihn ab. Anschließend kürzt du ihn auf eine gute Länge. Er sollte ungefähr bis zu deiner Achsel gehen. Wenn du die Rinde dran lässt, kannst du noch schöne Muster hineinschnitzen und ihn so verzieren. Deinen Wanderstock kannst du später auch als Fährtenstab benutzen.

Schnitzregeln

Für ganz kleine und ihre Eltern: Für meine Kinder habe ich zwei Wanderstöcke angefertigt. Wir haben zusammen das Holz geholt, zurecht gesägt und ein paar schöne und einfache Gravuren hineingeschnitzt. Und sie haben ihren eigenen Platz bekommen wo sie hingestellt werden, wenn wir nach Hause kommen. Sie lieben diese Wanderstöcke. Sie müssen jetzt bei jedem Ausflug mit dabei sein.

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Tierspuren einfangen

Eine Spurenfalle ist eine Möglichkeit Abdrücke von Tieren zu bekommen ohne lange danach suchen zu müssen. Der Nachteil ist, dass du dafür jedoch etwas Geduld brauchst. "Spurenfalle" wird ein besonders geeigneter Boden für Fußabdrücke genannt. Er kann natürlich vorkommen in Form von Sandflächen oder Schlammpfützen oder man stellt die Spurenfalle künstlich her. Ziel ist eine Stelle, an der Tiere ihre Fußabdrücke hinterlassen und in der wir sie gut erkennen können. 

Geh los und suche eine Schlammpfütze oder eine Sandfläche in deiner Nähe (oberes Bild, eine Schlammpfütze am Wegesrand). Einen Ort also, an dem es Tiere geben könnte und die Chance besteht, dass eines dort hindurchläuft. Es muss kein wildlebendes Tier sein, kann also auch nur ein Haushund sein. Es sollte nicht so weit weg sein, damit du die Stelle regelmäßig besuchen und prüfen kannst ob es dort Spuren gibt. Vielleicht malst du eine Karte von deiner Umgebung und trägst die Stellen dort ein.

Für eine selbst hergestellte Spurenfalle suche eine Stelle, die für dafür geeignet sein könnte. Das könnte eine sandige oder erdige Stelle sein. Den Boden sollte man bearbeiten können. Mit einem Stock kannst du die Stelle nun etwas auflockern und anschließend versuchst du so gut wie möglich den Boden zu glätten. Umso glatter, umso besser, denn dann lassen sich die Spuren besser erkennen. Nutze einen Stock oder ein Brett dafür.

Das untere Bild zeigt eine eigens hergestellte sandige Spurenfalle im heimischen Garten, um der Nachbarskatze auf die Schliche zu kommen.

Am besten kontrollierst du deine Spurenfallen jeden Tag. Lass eine Nacht dazwischen, denn da sind die meisten Tiere unterwegs.

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Spurenjournal erstellen

Nutze nun die Spurenfallen und schaue dort nach Spuren. Erinnere dich an die Spurenschablonen von Tag 1. Lasse dir vielleicht dabei von einem Erwachsenen helfen. Es ist nicht so einfach eine Spur zu sehen, aber vielleicht gibt es sehr auffällige Abdrücke, die gut zu erkennen sind. Zum Beispiel von einem Hund.

 

Hast du einen Abdruck gefunden, der dir gut gefällt, dann zeichne ihn mit Hilfe des Spurenprotokolls ab. Dort kannst du noch weitere Informationen aufnehmen. Zum Beispiel die Länge und die Breite der Spur. Dabei hilft dir dein Lineal, was du hoffentlich in deinen Rucksack gepackt hast. Schreibe und zeichne alles auf, was dir wichtig erscheint. Zum Beispiel auch das Datum und die Uhrzeit. Und ein paar Dinge über das Wetter. Scheint die Sonne oder siehst du nur Wolken? Regnet es? Dann solltest du die Spur mit deinem Regenschirm schützen, damit sie erhalten bleibt bis du fertig bist.

Vielleicht malst du eine kleine Karte, wo du die Spur gefunden hast.

Am Besten machst du noch ein Foto von der Umgebung und von der Spur. Lege dein Lineal neben die Spur, wenn du ein Foto machst, so kann man später auf dem Bild die Größe besser einschätzen.

Solltest du kein Glück haben mit einem Fund (etwas Glück braucht man natürlich auch immer), dann habe ich eine Beispielspur für dich angefügt. Druck sie aus und zeichne sie ab.

Hinweis: Es wird nicht einfach sein, eine Spur auf Anhieb zu finden und sie sofort gut zu zeichnen. Das braucht Übung. Wenn du dazu mehr wissen möchtest und das Grundhandwerk fürs Fährtenlesen erlernen willst, dann schau dir zusätzlich meine Einführung ins Fährtenlesen hier auf der Webseite an.

Tipp: Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Art der Spuren zu ändern. Wie wäre es nach Fahrradspuren zu suchen oder nach Fußabdrücken von anderen Kindern? Die findet man nämlich überall und lassen sich gut abzeichnen. Findest du heraus, welche Fahrradmarke die Spur hinterlassen hat ;-) ?

Spurenprotokoll

Beispielspuren

Spurenlesersammlung anlegen

Die letzte Aufgabe für heute: Besorge dir einen Ordner oder einen Hefter, in dem du deine Spurenprotokolle, Karten, Schnitzregeln, Fotos, selbst gemalten Bilder, die Tierliste und was du sonst noch erarbeitet hast, einheften kannst. Alles was du bisher aufgeschrieben und gesammelt hast. Schreibe und male ein großes Deckblatt, vielleicht mit Hilfe einer Spurenschablone. Schreibe deinen Namen drauf und darunter: SPURENLESERSAMMLUNG oder SPURENLESERORDNER. Besorge dir eine Schachtel oder eine Kiste, in der du deine zukünftigen Funde sammeln kannst. Hefte an jeden Fund einen Zettel, wo du den Fundort und das Datum draufschreibst. Vielleicht malst du eine Karte deiner Umgebung und trägst dort deine Funde ein. Mit der Zeit wird das immer mehr werden und du wirst deine Gegend so gut kennen wie kein anderer!

Frage im Zweifel deine Eltern, welche Dinge du sammeln und mit nach Hause bringen darfst und welche nicht. Verderbliche und stark riechende Funde, solltest du erst einmal meiden. Sowas kommt meistens bei Mama nicht gut an, glaube mir!

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